Grundlagen: Herzratenvariabilität

Herzratenvariabilität (HRV)

Einen ungeahnten Aufschwung erlebte die ANS-Forschung in der letzten Dekade des vergangenen Jahrhunderts, als sich experimentelle und klinische Belege dafür häuften, dass Funktionsveränderungen des ANS nicht nur unmittelbar an der Entstehung einer Vielzahl psychosomatischer Erkrankungen beteiligt sind, sondern auch in einem dramatischen Zusammenhang zur kardiovaskulären Mortalität und Morbidität stehen.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt begann eine intensive Suche nach nicht-invasiven Messverfahren des ANS, die in der Lage sind, eine valide und zuverlässige quantitative Analyse und Beschreibung des Funktionszustandes beider Teilsysteme des ANS bei Gesunden und Kranken zu erlauben.

Das Verfahren, das diesen Anforderungen zurzeit mit Abstand am besten gerecht wird, ist unzweifelhaft die Analyse der Herzratenvariabilität. Es handelt sich dabei um ein vielversprechendes und rasch expandierendes Verfahren, das in der Zwischenzeit weltweit Akzeptanz als quantitatives Standardverfahren zur Charakterisierung der autonom-nervösen Regulationsprozesse gefunden hat, und zwar nicht nur in der medizinischen Diagnostik, sondern ebenso auch in der Stressforschung und in den Bereichen des Freizeit- und Leistungssports.

Eine bedeutende Anerkennung fand das Messverfahren im Jahre 1996, als die European Society of Cardiology und die North American Society of Pacing and Electrophysiology eine Task Force gründeten mit international reputierten Wissenschaftlern aus den Bereichen Mathematik, Ingenieurwesen, Physiologie und Klinische Medizin. Aufgabe dieser Task Force war es, verbindliche Messstandards für die HRV-Analyse zu entwickeln, Begrifflichkeiten zu definieren, physiologische und pathophysiologische Korrelationen zu benennen und erfolgversprechende klinische Anwendungen zu beschreiben.

 

Zurück

 

Zurück zur Startseite