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Frühkindlicher Stress

Das Erleben belastender Ereignisse in der frühen Kindheit scheint nach einer Studie der ZNF-Arbeitsgruppe (Wittling et al., 2008) bleibende Auswirkungen auf die Regulationsmechanismen des autonomen Nervensystems zu haben. Diese zeigen sich selbst noch im Erwachsenenalter und stehen in einem Zusammenhang zur Ausbildung psychosomatischer Krankheiten.

Die autonom-nervösen Beeinträchtigungen betreffen fast ausschließlich das parasympathische System und gehen mit einer deutlichen und hoch signifikanten kardio-vagalen Hypoaktivierung im Erwachsenenalter von 50 Jahren einher.

In der relevanten Studie wurde die Gesamtgruppe der psychosomatischen Patienten nach der Höhe ihrer parasympathischen Aktivität (HFms²) in drei Gruppen unterteilt, und zwar in solche mit einem extrem niedrigen, einem mittleren und einem relativ hohen HFms²-Wert.

 

 

Dabei fand sich, dass Personen mit einem sehr niedrigen HF-Wert in ihrer Kindheit ein sehr viel höheres Maß an stark belastenden Lebensereignissen im familiären Umfeld aufzuweisen hatten, als dies bei den beiden anderen Gruppen der Fall war: Elterliche Scheidung, Trennung, familiäre Auseinandersetzungen, sonstige Konflikte, schwere Krankheit oder Tod eines Familienmitglieds usw. Demgegenüber wies insbesondere die Gruppe mit den höchsten HF-Werten das mit Abstand geringste Ausmaß an kindlichen Belastungen auf.

Außerdem war es wiederum die Gruppe mit den niedrigsten HF-Werten und höchsten Kindheitsbelastungen, die die stärkste Stressreaktivität, psychiatrische Symptomatik und körperliche Beschwerden aufwies.

 

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